EVENTS IM VIRTUELLEN RAUM

Ich bin dann mal Web…!

Videoschalten, Telefonkonferenzen, Chats und Skypecalls… all das bringt uns in diesen Tagen zusammen – manches Mal näher, als je zuvor. Zumindest, wenn man dabei ein paar grundlegende Kommunikationsregeln beachtet. (Siehe unseren Blog vom 19.03.2020)

Schwerer tut man sich bislang bei abgesagten Kongressen, Preisverleihungen, Townhalls, Podiumsdiskussionen oder Kundenevents. Geht ja schließlich alles nicht mehr…. Oder doch?

Klar geht das noch! Schließlich lassen sich auch Bühnenprogramme online übertragen. Vielleicht erreicht man so manch einen Kunden, Fachkollegen oder Mitarbeiter zuhause sogar effektiver, als im Pulk vor der Bühne. Hier liegen enorme Möglichkeiten, die bisher stiefmütterlich behandelt wurden und nun endlich eine Chance bekommen. Ich bin sicher, dass in den kommenden Wochen und Monaten Formate auf die Beine gestellt werden, die zwar aus der Not geboren sind, aber bleiben werden. Weil sie wirken. Weil sie die Zuschauerbedürfnisse der Zukunft treffen.

Soweit der einfache Teil. Denn damit Publikumsformate im Web funktionieren, müssen sie natürlich modifiziert werden. Sonst mutieren sie schnell zu einer Mischung aus Laientheater und Schlafmittel. So bedeutet fehlende (Präsenz-)Zuschauer auch fehlende Publikumsreaktionen. Zumindest im klassischen Sinne. Speaker können an leeren Sitzreihen nicht ablesen, ob die Zuschauer ihnen folgen – was zu enormer Unsicherheit führen kann. Und ohne Applaus wird jeder Gang zur Bühne zu einem dramaturgischen Bremsmanöver. Allein schon, weil die Konzentrationsfähigkeit der Zuschauer am Bildschirm deutlich geringer ist, als im Publikum vor der Bühne. Akteure wissen nicht, wo sie hinschauen sollen – ins anonyme schwarze Kameraloch? Oder zum Moderator? DER wiederum hat plötzlich völlig andere Aufgaben. Er (oder natürlich sie) muss das virtuelle Publikum viel mehr an die Hand nehmen, und auf eine andere Art mit ihm interagieren, als mit anwesenden Zuschauern direkt vor der Nase. Er muss ein Gemeinschaftsgefühl schaffen, obwohl jeder Gast für sich alleine schaut – die eine in ihrem Büro, der andere auf seinem Balkon. Als Fernsehmoderatorin erlebe ich jeden Tag, wie wichtig – und schwierig – es ist, jeden und jede Einzelne(n) aus ihrer jeweiligen Stimmung und Situation abzuholen.

Gleichzeitig liegen in Web- und Videoformaten Riesenchancen: Geschickt gesetzte Schnitte können eine hohe Dynamik schaffen. Längen und Pausen, die z.B. durch Bühnenumbauten entstehen, lassen sich durch Kamerawechsel unsichtbar im „off“ realisieren. Schon kleine Ideen in der Anmoderation, Jingles und Musikschnipsel können aus einem langweiligen Speakerwechsel einen stimmungsvollen Cliffhanger machen. Umfrage- oder Veranstaltungs-Apps – bisher oft nur als nettes Gimmick genutzt – ermöglichen eine riesige Bandbreite an Interaktionen mit und unter den Teilnehmern am Bildschirm. Zum Beispiel durch Kommentarfunktionen oder Netzwerktools.

Was also ist zu beachten, wenn Präsenzveranstaltungen zu Online-Events werden? Welche Stolperfallen lauern auf Akteure und Produzenten?

Die Top 10 der wichtigsten Fragen:

  1. Mit welcher Ansprache erreicht man die Zuschauer am Bildschirm? Wie schafft man die Verbindung und hält ihre Aufmerksamkeit?
  2. Wie lassen sich fehlende Publikumsreaktionen kompensieren? Wie schafft man trotz fehlenden Lachern und Klatschern die richtige Stimmung?
  3. Welche Unsicherheiten könnten bei den Akteuren entstehen? Zum Beispiel durch fehlende Publikumsreaktionen und eine künstliche Studioatmosphäre. Oder Fragen bezüglich der Blickrichtung (Kameras)
  4. Apropos Kameras: Wie viele davon sollten eingesetzt werden, damit man sinnvolle Wechsel hat und eine dynamische Dramaturgie erreicht?
  5. Braucht es Visagisten oder Maskenbildner? (Ja. 😉)
  6. Wählt man eine moderierte Form oder schneidet man verschiedene Elemente als selbsterklärende/selbstüberleitende Reihe zusammen? (Tipp: Zumindest bei Live-Formaten sollte ein/e Moderator(in) Orientierung geben!)
  7. Was muss ein(e) Moderator(in) bei Web- und Videoformaten beachten? Wie schafft er/sie es, jeden einzelnen Zuschauer an die Hand zu nehmen und aus seiner Stimmung und Situation „abzuholen“?
  8. Welche Location ist für das jeweilige Format geeignet? Ein Studio mit Greenbox? Oder eine „echte“ Bühne? Vielleicht sogar „reale“ Spielorte an verschiedenen Locations?
  9. Live oder aufgezeichnet? Geschnitten oder „in einem Guss“?
  10. Sollen Interaktionsmöglichkeiten geschaffen werden? Wenn ja: Nur von Zuschauern zu Akteuren oder auch von Zuschauer zu Zuschauer? (Welches Ziel soll erreicht werden?)

Für die Fernsehsender und -ModeratorInnen sind diese Themen seit Jahrzehnten Alltag. Deshalb hier noch:

5 Tipps aus den TV-Studios:

  1. Bei Pausen, z.B. durch Bühnenaufgänge, halten Jingles oder Musik die Spannung. (Evtl. von einer Live-Band). Dazu kommen Kamerawechsel, die die jeweiligen Akteure einfangen.
  2. Längere Interviews oder Podiumsdiskussionen werden im TV immer wieder von Einspielern, Publikumsumfragen oder Zuschauerreaktionen unterbrochen. Denn eine Diskussion, die „in Echt“ 45 Minuten locker trägt, kann sich am Bildschirm schnell ziehen, wie Kaugummi.
  3. Alle Akteure – egal, wie prominent – werden vorgestellt – verbal und mit schriftlicher Einblendung. Am Bildschirm werden UnBEkannte und UnERkannte weniger akzeptiert. Schließlich kann man nicht kurz seinen Sitznachbarn fragen, wer der eloquente Mann da oben ist…
  4. Mach‘s kurz! Formate, Rede-Strecken, Sende-Elemente: Je straffer, desto besser. Lieber einzelne Elemente immer wieder abwechseln, als lange Strecken das gleiche. Bei den Fernsehnachrichten kürzen wir sogar einzelne Sätze.
  5. Keine Angst vor harten Schnitten! Orientierung ist zwar das A und O, aber solange das Publikum weiß, wo es ist, erträgt es auch mal einen überraschenden Übergang. Solche Elemente sorgen für Spannung und Dynamik. Das gilt sowohl für Moderationen als auch für Kameraeinstellungen.
  6. Die Kamera als Fenster zum Publikum. Für viele Menschen ist der Blick in die schwarze Kameralinse befremdlich. Das gilt anfangs übrigens auch für viele Fernsehmoderatoren. Ein beliebter Trick ist ein freundlicher Smiley über der Kamera. Oder die Vorstellung, dass in diesem komischen schwarzen Loch der beste Freund wohnt.
  7. Opening und Closing: Es lohnt sich, zumindest für wiederkehrende Formate sogenannte Intros und Outros zu produzieren. In der Regel in Form eines Bildelements mit Musik. (z.B. ein Kameraschwenk oder eine animierte Grafik mit Jingle). Es erleichtert den Akteuren – in der Regel den Moderatoren – dynamisch ins Programm zu starten und am Ende einen pointierten Schlusspunkt zu setzen.
  8. Orientierung geben: Wenn man in einem Studio- oder Bühnensetting arbeitet (im Gegensatz zu einem produzierten Film), sollte man dem Publikum das komplette Setting (z.B. als Studiototale) einmal zeigen. Danach finden sich die Zuschauer besser zurecht und können sich auf das Geschehen konzentrieren.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Gedanken Lust auf neue Formate machen konnten und stehen für Fragen und Tipps jederzeit gerne zur Verfügung!

Herzlich

Kay-Sölve Richter

EVENT-MODERATION

Ich bin dann mal Web …!

„Worauf es mir als Moderatorin Ihrer Veranstaltung besonders ankommt? Sie und Ihre Gäste glänzen zu lassen!“

Schließlich ist es Ihr Event, Ihr Publikum. Mit wichtigen Entscheidern, Partnern, Kunden, Mitarbeitern. Was Sie an diesem Tag auf der Bühne zeigen, ist nicht weniger als die Visitenkarte Ihres Unternehmens!

Souverän und humorvoll durch das Programm zu führen, aber auch in den richtigen Momenten zurückzutreten und Ihnen den Applaus zu überlassen – so verstehe ich meinen Job als Event-Moderatorin.

„Mein Plus als Moderatorin? Dass ich nicht nur Moderatorin bin!“

Den meisten Fernsehzuschauern bin ich als Moderatorin der ZDF heute-Nachrichten und der Nachrichten im heute-journal bekannt. Zuvor war ich bei Radio Hamburg und dem WDR On Air, ebenso bei RTL und den News- und Wirtschaftsnachrichten bei n-tv.

Profitieren wird Ihre Veranstaltung aber auch von meiner langjährigen Erfahrung als Präsenz-Coach für Top-Führungskräfte. Ich weiß, wie sich die Geschäftsführerin vor Publikum von ihrer besten Seite zeigt und wie es gelingt, den Vorstandsvorsitzenden sicher durchs Live- Interview zu bringen. Sie werden sehen: Die einmalige Kombination aus TV-Journalistin, Eventmoderatorin und Coach ist unschlagbar : -)

„Applaus ist alles – nur kein Zufall!“

Ein Feedback, das ich oft bekomme: „Sie haben genau den richtigen Ton getroffen.“ Das freut mich sehr, denn damit steht und fällt der Erfolg einer Veranstaltung. Wer mich als Event-Moderation bucht, merkt schnell: Ich stelle schon Wochen vorher viele Fragen, um ein Gespür für Publikum, Akteure und Stimmungslage zu bekommen. Oft sind es Nuancen, die darüber entscheiden, ob sich die Gäste öffnen – egal, ob als Zuhörer im Saal oder als Akteur auf der Bühne.

Wer spontan und auf höchstem Level reagieren will, muss top-vorbereitet sein, davon ich überzeugt. Eine akribische Einarbeitung in die Themen Ihrer Veranstaltung ist für mich darum die Basis – ganz egal ob es sich um die wirtschaftspolitische Podiumsdiskussion handelt, die Mitarbeiterkonferenz oder die festliche Abend-Gala.

Herzlich

Kay-Sölve Richter

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